Ausbildung zum/zur Heilpädagogen/-in

Fachakademie für Heilpädagogik Rummelsberg

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09.11.2020

Heilpädagogische Begleitung am Lebensende

Absolventin der Fachakademie für Heilpädagogik der Rummelsberger Diakonie gewinnt Preis für herausragende Abschlussarbeiten

Rummelsberg – Die Fachakademie für Heilpädagogik in Rummelsberg freut sich über eine Preisträgerin in den eigenen Reihen: Barbara Weiß, die ihre Ausbildung zur Heilpädagogin an der Fachakademie gemacht hatte, hat den Preis für herausragende Abschlussarbeiten des Berufs- und Fachverbands Heilpädagogik e.V. gewonnen – für Ihre Facharbeit „Alt und Lebenssatt“, bei der es um die gesundheitliche Vorausplanung für und mit Menschen mit Behinderung geht.

„Wir haben die Arbeit von Frau Weiß eingereicht, weil sie hervorragend war: Sie hat wissenschaftlich akribisch gearbeitet, viele verschiedene Betrachtungsweisen mit eingebracht und das Thema lag am Puls der Zeit“, erklärt Thorsten Franke, Dozent an der Fachakademie für Heilpädagogik, warum er die Arbeit von Barbara Weiß so schätzt. Alle zwei Jahre kann eine Schule Facharbeiten beim Berufsverband einreichen. „Alle Kolleginnen und Kollegen waren sich einig: Wir wollten die Arbeit von Frau Weiß einreichen.“ Mit der Arbeit von Barbara Weiß ist der Preis zum ersten Mal an eine Absolventin der Fachakademie für Heilpädagogik in Rummelsberg gegangen.

Das Thema lag der 29-Jährigen am Herzen. „Ich habe in der Zeit einen Bewohner mit einer Krebserkrankung begleitet. Deren Umgang mit ihrem Sterben hat mich sehr geprägt“, sagt die Heilpädagogin, die schon während der Ausbildung in der Einrichtung „Diakoneo - Wohnen Bruckberg“ mit Menschen mit geistiger Behinderung gearbeitet hat und das nach wie vor tut. „Ich habe mich dann gefragt, wie ein Mensch mit einer Behinderung am Lebensende heilpädagogisch begleitet werden kann und wie man die Wünsche desjenigen herausfinden kann. In meiner Arbeit gibt es auch einen praktischen Teil, für den ich mit einer Bewohnerin eine Broschüre in Leichter Sprache zu dem Thema ausgefüllt habe, ähnlich wie eine Patientenverfügung, aber noch weitreichender.“ Das Thema schien, als sie ihre Arbeit verfasste, bereits einen Nerv zu treffen. Viele Menschen, mit denen sie darüber sprach, wirken erleichtert, dass sie über ihre Gedanken zum Thema Tod und Sterben sprechen konnten. „Die meisten haben viele Fragen, sie suchen nach einer Gewissheit, dass sie so sterben können, wie sie es möchten, zum Beispiel im Kreis ihrer Familie. Viele Fragen auch, wie es ist, tot zu sein. Es ist wichtig, sie dabei zu unterstützen, sich ein eigenes Bild zu machen. Das hat auch viel mit der Religiosität der Menschen zu tun.“

„Das Thema der Facharbeit begleitet einen meistens ein Leben lang“, so Thorsten Franke. Barbara Weiß kann das bestätigen. „Ich habe nach meiner Ausbildung zur Heilpädagogin eine Weiterbildung als Gerontopsychiatrische Betreuerin gemacht und schon ganz viel in meiner Einrichtung angestoßen.“

Im September konnte Barbara Weiß zur Preisverleihung nach Berlin reisen. Einen Geldpreis hatte es nicht gegeben. „Aber meine Arbeit wurde als Buch veröffentlicht und im Archiv des Berufsverbands gibt es jetzt eine Archivbox, die meinen Namen trägt – darin ist noch Platz für viele weitere Bücher.“


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